Im September 2020 waren wir eine Woche auf Kreta und haben ausgehend von Heraklion über einen Zwischenstopp in Chania den Westen der Insel erkundet. So viel vorweg: Eine Woche war uns viel zu wenig Zeit, denn wir haben uns ein bisschen in die Insel verliebt. Wieso und warum berichten wir euch in nachfolgendem Blogbeitrag. Viel Spaß beim Lesen!

Inhalt
Wissenswertes und Allgemeines
Kreta ist nicht nur die größte Insel von Griechenland, sondern auch eine der vielseitigsten. Hier trifft jahrtausendealte Kultur auf atemberaubende Landschaften und kulinarische Highlights. Auf Kreta erwarten einen über 300 Sonnentage im Jahr, heiße, trockene Sommer und milde Winter. Perfektes Klima also für spontane Roadtrips und lange Strandtage am Mittelmeer. Landschaftlich reicht die Insel von türkisfarbenen Buchten über wilde Schluchten bis zu schneebedeckten Bergen. Auch Foodies kommen voll auf ihre Kosten: Frischer Fisch, Olivenöl, würziger Feta und Klassiker wie Dakos oder Souvlaki schmecken hier einfach noch besser. Außerdem gibt die bekannte kretische Gastfreundschaft einem schnell das Gefühl, nicht nur Besucher, sondern Teil der Insel zu sein. Zumindest ging es uns so 🙂
Heraklion
Die ersten beiden Tage unserer Reise haben wir in der Hauptstadt Heraklion verbracht. Genug Zeit also, um die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden. Wir haben uns das alte venezianische Hafenbecken, welches von der gut erhaltenen Koules Festung begrenzt wird, angeschaut. Das empfehlen wir euch auch, da die Festung als Wahrzeichen der Stadt gilt. Vorbei an den venezianischen Arsenali, in denen wohl früher große Galeeren gebaut und repariert worden, geht man entlang der ca. 1km langen Hafenmole zur Festung. Wenn man dieses sonnige Stück geschafft hat, bietet die Festung anschließend genügend Schatten, um sich wieder abzukühlen 😊. Die Besichtigung kostet mittlerweile 10€.




Weitere Sehenswürdigkeiten, die man durch über einen ausgedehnten Spaziergang durch die Altstadt entdecken kann, sind vor allem der Löwenplatz mit dem Morosini-Brunnen und die vielen Kathedralen der Stadt.
Gastronomie
Da wir von der Gastronomie in Heraklion so überaus begeistert waren, haben wir dieser hier noch ein extra Abschnitt gewidmet 😊.
Auch wenn wir schon oft in Griechenland waren und das Essen hier eigentlich meistens sehr gut finden, hat Heraklion hier noch einen obendrauf gesetzt. Wenn ihr also mal hier seid, geht unbedingt zu diesen kleinen Gassen hier:
https://maps.app.goo.gl/K1AqQ63XbHEBGF626
Wir waren während unseres Aufenthalts jeden Abend hier und es ist fast egal in welches der Restaurants ihr geht, das Essen, das Ambiente und auch die gratis Nachspeisen haben uns überall überzeugt. In den kleinen Gassen reit sich Restaurant an Restaurant und ab ca. 20 Uhr ist es hier sehr belebt, auch viele Einheimische kommen hierher.
Des Weiteren können wir euch auch die vielen coolen Bars in Heraklion empfehlen. Vor allem die Xalavro Open Bar, welche aus einer alten Stadtruine entstanden ist und umgeben von den Überresten des alten Gemäuers ist, können wir euch sehr ans Herz legen.
Palast von Knossos
Eines der Highlights unseres Aufenthalts war der Ausflug zum Palast von Knossos, den wir ganz entspannt mit dem Mietwagen von Heraklion aus erreicht haben. Die Fahrt dauert nur etwa 15–20 Minuten und ist super ausgeschildert, sodass man den Palast problemlos findet. Vor Ort gibt es einen großen Parkplatz, von dem aus man direkt zum Eingang gelangt.
Schon beim Betreten der Anlage fühlt man sich ein bisschen wie auf einer Zeitreise. Die Ruinen stammen aus der minoischen Zeit und sind mehrere tausend Jahre alt. Besonders beeindruckend fanden wir die teilweise rekonstruierten Bereiche mit ihren roten Säulen, bunten Wandmalereien und den weitläufigen Innenhöfen. Hier bekommt man erstmals ein richtiges Gefühl dafür, wie groß und bedeutend diese Anlage einmal gewesen sein muss. Der Palast gilt übrigens als sagenhafter Sitz von König Minos und ist eng mit der bekannten Minotaurus-Legende verbunden.
Wir empfehlen euch, möglichst früh am Morgen zu kommen, da es später sehr voll und vor allem extrem heiß werden kann. Insgesamt solltet ihr etwa zwei bis drei Stunden für den Besuch einplanen. Für uns war es definitiv einer der spannendsten Ausflüge auf Kreta und ein perfekter Start in den Urlaub


Rhetymno
Nach zwei Tagen in Heraklion sind wir mit dem Mietwagen weiter in Richtung Chania aufgebrochen. Da die Strecke einmal quer durch den Norden von Kreta führt, bietet es sich an, unterwegs einen Zwischenstopp einzulegen. Unsere Wahl fiel auf Rethymno, eine charmante Küstenstadt etwa auf halber Strecke.
Dort angekommen, sind wir direkt zum venezianischen Hafen gelaufen und haben uns ein Restaurant direkt am Wasser gesucht, um Mittag zu essen. Die Kulisse mit den bunten Häusern, den kleinen Booten und der alten Hafenmauer ist wirklich sehr sehr schön und lädt definitiv zum Verweilen ein.


Allerdings muss man auch sagen, dass es hier ziemlich touristisch und voll war. Gerade zur Mittagszeit waren viele Besucher unterwegs und die Restaurants gut gefüllt. Trotzdem fanden wir den Stopp absolut lohnenswert, wenn auch eher für einen entspannten Zwischenhalt als für einen längeren Aufenthalt
Chania
In Chania angekommen, haben wir direkt gemerkt, dass diese Stadt nochmal einen ganz besonderen Charme hat. Gewohnt haben wir in einer kleinen, super schönen Wohnung mitten in der Altstadt, den Minaret Suites and Apartments. Die Lage war einfach perfekt, denn sobald man aus der Tür trat, war man schon mitten im Geschehen.
Vor allem die vielen kleinen Gassen haben uns begeistert. Hier reiht sich ein süßes Café ans nächste und überall findet man tolle Restaurants mit gemütlichen Innenhöfen oder kleinen Terrassen. Besonders abends herrscht eine richtig entspannte Stimmung und es macht einfach Spaß, ohne Plan durch die Gassen zu schlendern und immer wieder neue schöne Ecken zu entdecken.




Lagune von Balos
Während unseres Aufenthalts in Chania haben wir einen Tagesausflug zur berühmten Lagune von Balos gemacht. Mit dem Mietwagen braucht man etwa 1,5 Stunden bis zum Parkplatz. Die letzte Strecke führt über eine holprige Schotterstraße, auf der man wirklich langsam fahren muss, aber mit einem normalen Mietwagen ist es machbar.
Schon bei der Ankunft waren wir ziemlich überrascht: Wie man auch auf unserem Bild sieht, standen dort hunderte Autos dicht an dicht geparkt. Spätestens hier wurde uns klar, dass wir definitiv nicht alleine sind. Vom Parkplatz aus läuft man dann noch etwa 20 bis 30 Minuten bis zur Lagune. Der Weg ist zwar gut machbar, aber es geht teilweise bergab und es gibt keinen Schatten. Nehmt euch auf jeden Fall genügend Getränke mit! Wir hatten leider nichts dabei – macht es besser 😊
Unten angekommen wurden wir dafür mit einem wirklich traumhaften Anblick belohnt. Das türkisfarbene Wasser und der helle Sand sind genauso schön, wie man es von Bildern kennt. Trotzdem sollte jeder für sich entscheiden, ob er mit den vielen Menschen klarkommt. Wir waren Mitte September dort und es war extrem voll. Schön war es trotzdem – aber eben kein Geheimtipp mehr.


Südwesten der Insel
Nach unserem Aufenthalt in Chania ging es für uns weiter in Richtung Elafonissi. Die Fahrt dorthin war landschaftlich ein echtes Highlight, denn statt an der Küste entlang ging es dieses Mal mitten durch eine beeindruckende Bergregion im Westen von Kreta. Über viele Serpentinen, vorbei an Schluchten, kleinen Kapellen und abgelegenen Häusern, bekamen wir nochmal eine ganz andere Seite der Insel zu sehen.
Am frühen Nachmittag kamen wir nach ca. 1,5h Fahrt schließlich in Perivolia an, einem kleinen, ruhigen Bergdorf. Hier ging es deutlich entspannter und ursprünglicher zu als in den touristischen Küstenorten und genau das Richtige, um etwas abzuschalten.
Unterkunft
Wir haben in Perivolia 2 Nächte im Ellafos Traditional Living gewohnt – und diese Unterkunft war wirklich das Highlight unserer Kreta-Reise. Die Unterkunft bietet einen traumhaften Blick auf die umliegenden Berge. Egal ob aus dem großen Fenster im Badezimmer, vom Pool oder der kleine Terrasse, man hat immer einen super schönen Ausblick. Auch die liebevolle Gestaltung hat uns begeistert: alles ist sehr traditionell und gleichzeitig modern eingerichtet. Es herrscht eine sehr familiäre und persönliche Atmosphäre, bei der man sich sofort wohlfühlt. Die Unterkunft hatte außerdem eine sehr gut ausgestattete Küche, sodass man sich problemlos selbst versorgen kann. Auch der kleine Pool mit Blick in die Berge war perfekt, um sich nach einem Ausflug abzukühlen und einfach zu entspannen.

Man sollte allerdings wissen, dass es ein sehr kleiner und ruhiger Ort ist. Restaurants gibt es hier keine, sodass man zum Essen immer ein Stück fahren muss. Für uns war das aber überhaupt kein Problem – im Gegenteil, die Ruhe und Abgeschiedenheit kamen uns nach den Tagen an der Küste gerade recht.
Strand von Elafonissi
Von Perivolia aus haben wir einen Tagesausflug zum berühmten Strand von Elafonissi gemacht. Mit dem Mietwagen dauert die Fahrt etwa 45 bis 60 Minuten. Die Strecke führt größtenteils durch eine beeindruckende Berglandschaft mit vielen Kurven, macht aber richtig Spaß und bietet immer wieder tolle Ausblicke.
Am Strand angekommen, gibt es einen großen Parkplatz ganz in der Nähe, von dem aus man nur wenige Minuten bis zum Wasser läuft. Der Strand selbst ist wirklich traumhaft schön: kristallklares, türkisfarbenes Wasser, heller Sand und die bekannten leicht rosafarbenen Abschnitte machen ihn zu etwas ganz Besonderem. Außerdem ist das Wasser sehr flach und angenehm warm.
Allerdings muss man auch hier sagen, dass es, wie bei vielen Stränden auf Kreta, extrem voll war. Trotz der Menschenmassen ist Elafonissi definitiv sehenswert, aber man sollte keinen einsamen Geheimtipp erwarten 😊.
Kulinarisches
Das Essen auf Kreta hat uns wirklich sehr positiv überrascht und spricht auf jeden Fall für einen weiteren Urlaub hier. Generell lieben wir die griechische Küche, aber hier auf der Insel hat alles nochmal ein bisschen besser geschmeckt. Was uns besonders begeistert hat, waren die vielen leckeren Vorspeisen. Statt eines einzelnen Gerichts bestellt man oft mehrere kleine Dinge und teilt alles miteinander. Egal ob Tsatsiki, gebackener Feta, Dolmadakia, Dakos oder frische Salate, alles war unglaublich lecker und frisch zubereitet. Oft haben wir nur Vorspeisen bestellt und auf die Hauptgerichte verzichtet. Besonders typisch war auch der Raki, den man nach dem Essen fast immer gratis serviert bekommt. Egal ob im kleinen Familienrestaurant oder in einer größeren Taverne, am Ende steht fast immer ein kleines Glas oder auch mal eine Karaffe auf dem Tisch. Dazu kommt die entspannte Atmosphäre, die Herzlichkeit der Gastgeber und die langen Abende in den Tavernen. Genau so stellen wir uns ein Essen in Griechenland vor.
Fazit
Unser Aufenthalt auf Kreta war kurz und knapp gesagt wunderschön und hat unsere Erwartungen in jeder Hinsicht übertroffen. Die Mischung aus traumhaften Stränden, beeindruckenden Landschaften, charmanten Städten und dem unglaublich leckeren Essen hat die Reise für uns unvergesslich gemacht. Besonders gefallen hat uns, wie vielseitig die Insel ist und wie herzlich die Menschen sind. Eine Woche war für uns definitiv zu kurz. Wir wären sehr gerne noch eine weitere Woche geblieben, um noch mehr von der Insel zu entdecken. Für uns steht auf jeden Fall fest: Wir werden irgendwann nochmal nach Kreta fliegen!
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